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Mehr Wasserkraft sinnvoll nutzen



Besuch der CSU-Fraktion in der Neuseser Mühle

Wendelstein/Neuses. Regenerierbare Energiequellen sinnvoll zu nutzen ist das Gebot der Stunde, das gerade durch die ständig steigenden Preise im Erdgas- und Rohölbereich aktueller ist denn je. Müller Harald Assenbaum in Neuses will daher die Unabhängigkeit vom Energiemarkt erhöhen, indem er bis jetzt ungenutzte Energierecourcen durch den Bau einer neuen 600KW Wasserkraftanlage zur Stromerzeugung ausschöpft. Die CSU-Fraktion Wendelstein begrüßt solche Pläne und wollte vor Ort näheres über dieses ehrgeizige Vorhaben wissen.

Bisher wird die Mühle Assenbaum und Weidner in Neuses von zwei Turbinen (60 KW und 40KW ) betrieben, die Tag und Nacht laufen und mit Wasser aus der Schwarzach gespeist werden. Sie treiben Generatoren an, die die Mühle und die Wohnhäuser mit Strom versorgen..
Für zusätzliche Energiegewinnung sorgte vor 1998 ein Industriedieselmotor mit 110 KW Leistung aus dem Jahre 1934. Seit 1998 erledigt diese Aufgabe eine moderne 200KW Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit viel effizienterem Wirkungsgrad.
Da der Mühlenbetreiber in der Herstellung und Vermarktung seiner Produkte verstärkt auf Ökologie setzt, bekämpft er z.B. seit 8 Jahren Fliegen und Ungeziefer nicht mehr chemisch, sondern thermisch. Da Eiweiß über 50°C gerinnt, nutzt Müller Harald Assenbaum die Abwärme aus seiner Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Er heizt einmal im Jahr zwei Tage lang alle Produktionsräume über 50°C auf und zerstört somit alle vorhandenen Eier und Larven. Desinfektion auf natürliche Art eben.

Wasser aus dem Main-Donau-Kanal

Im Westen der Mühle kreuzt die mächtige Trog-Brücke des Main-Donau-Kanals die Schwarzach. Und hier beginnen auch die neuen Pläne für eine moderne Wasserkraftanlage.
Denn hier wird seit 15 Jahren überschüssiges Wasser aus den wasserreichen, südlich liegenden Gebieten der europäischen Wasserscheide (Donauwasser) abgezapft und ungenutzt in die Schwarzach geleitet. Der Wasserstand in der Trogbrücke, die zwischen den Schleusen Schwanstetten und Eibach liegt, wird über einen Pegel bei Erlangen gesteuert. Der Main-Donau-Kanal soll deshalb südlich der Staatsstraße 2239 „angestochen“ werden und über Schieber und Rohre eine moderne Wasserkraftanlage mit 600KW Leistung auf den Flächen der Neuseser Mühle speisen. Fraktionssprecher Willibald Milde zeigt sich
beeindruckt von den gefertigten Plänen, die Müller Assenbaum den CSU-Marktgemeinderäten zur Einsicht auslegt. Auf Nachfrage von MGRin Cornelia Griesbeck nach den Investitionskosten erwidert Harald Assenbaum, dass diese unter Berücksichtigung der Fördergelder aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium in einem überschaubaren Rahmen liegen. Ein Zuschuss den der Müller gerne beansprucht, wenngleich der Behörden-Marathon bereits vor zweeinhalb Jahren begann. Der Neuseser Marktgemeinderat Bernd Nachtrab kennt die Kraftaufwendungen seines Nachbarns aus seinem Recyclingbetrieb nur zu gut. Am Vorhaben des ehrgeizigen Müllers Assenbaum sind die Wasserwirtschaftsämter Nürnberg und Ansbach, das Wasserschiffahrtsamt Nürnberg, das Landratsamt Roth, die Regierung Mittelfranken und das Bayerische Umweltministerium beteiligt. Die CSU-Fraktion hat sich im Marktgemeinderat bereits für den Verkauf benötigter gemeindlicher Grundstücksflächen ausgesprochen und sagt auch künftig ihre volle Unterstützung zu. Marktgemeinderat Werner Langhans bezeichnet das Projekt als Paradebeispiel ökologischer Wertschöpfung und hofft, dass künftig die Nutzung regenerierbarer Energiequellen noch stärker gefördert wird als bisher.



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Geschrieben von
Samstag, 04. Februar 2006


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