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Der Umbau der Feuchter Hauptstraße aus der "Sicht" von Blinden
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R. Papkalla und die CSU vor Ort mit dem blinden Ehepaar Münzer (Foto: H. Bauer)
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Zusammen mit den CSU-Marktgemeinderäten Katharina von Kleinsorgen, Karin Reiwe, Herbert Bauer und Martin Rübig führten die blinden Eheleute Münzer mit dem Feuchter Behindertenbeauftragten Reinhard Papkalla eine Begehung der neu gestalteten Hauptstraße in Feucht durch.
Ein wesentlicher Aspekt ist dabei das selbstständige Zurechtfinden der Blinden, die auf ihren Stock angewiesen sind. Hierfür ist es unumgänglich, dass die Signale,
die durch den Stock an den Behinderten gemeldet werden, eindeutig sind. Bei der Begehung wurden einige praktische Schwierigkeiten deutlich, die im Planungsprozess trotz der Einbindung von Experten nicht vorhergesehen werden konnten, wie zum Beispiel die offenbar zu geringen taktilen Unterschiede zwischen der rauen Oberfläche der Gehwegplatten und dem Profil der Riffelplatten als Leitlinien (z.B. Richtung Fußgängerüberweg). Auch die Trassenführung im verkehrsberuhigten Bereich zwischen den Firmen Dörr und Rank konnte von den Behinderten nicht eindeutig erkannt werden.
Eine akustische bzw. mechanische Information für Blinde an der Ampelanlage Hauptstraße/Altdorfer Straße/Marktplatz wird hoffentlich bald nachgerüstet, zumal die Kreuzung stark befahren wird und somit ein erhebliches Gefahrenpotential darstellt. Die dafür erforderlichen baulichen Maßnahmen wurden bereits im Zuge des Umbaus vorbereitet und das Staatliche Bauamt hat die Umrüstung der Ampelanlage in Aussicht gestellt.
Die auf dem Gehsteig platzierten Reklametafeln führen für blinde Menschen zusätzlich zu Erschwernissen, vor allem, weil sie oft an wechselnden Seiten des Gehweges stehen. Die aufgestellten Sonnenschirme sollten eine Mindesthöhe von 1,80 Metern aufweisen, um Kollisionen zu vermeiden. Die CSU-Fraktion hat im Hinblick auf die Sonnenschirme und Plakatständer bereits Kontakt mit dem AFG aufgenommen, der das Thema bei einem seiner nächsten Stammtische ansprechen und die Gewerbetreibenden für die Belange der Sehbehinderten sensibilisieren wird.
Deutlich erkennbar wurde bei der Begehung auch die Notwendigkeit einer konsequenten Parkraumüberwachung, da leider immer wieder quer statt längs und auf Gehwegen parkende Fahrzeuge registriert werden mussten, die sehbehinderten Menschen zusätzlich die Orientierung erschweren.
„Der Hauptstraßenumbau ist top – aber leider nicht immer für den Blindenstock!“, so das Fazit des Ehepaares Münzer. Beim gemeinsamen Ortstermin erhielten der Feuchter Behindertenbeauftragte Reinhard Papkalla und die Vertreter der CSU zahlreiche konkrete Hinweise, wie die umgestaltete Hauptstraße noch behindertenfreundlicher gestaltet werden könnte. Der Behindertenbeauftragte wird
die Ergebnisse der Begehung zu diesem Zweck dem Bauamt und dem
Arbeitskreis Städtebau & Verkehr zur Verfügung stellen, mit der Bitte
sich in bewährter Weise darum zu kümmern. So kann man versuchen, möglichst viele dieser Anregungen auch umzusetzen und den insgesamt gut gelungenen
Hauptstraßenumbau noch ein Stück besser zu machen.
Herbert Bauer
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Geschrieben von Herbert Bauer
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Donnerstag, 16. April 2009
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