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Home > Vereine & Kultur > Hilfe für die rumänischen Waisenkinder - Kriegskindernothilfe kommt nicht aus den Schlagzeilen



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Hilfe für die rumänischen Waisenkinder
Kriegskindernothilfe kommt nicht aus den Schlagzeilen




Kinderheim Carei

Der Wilson-Gospel-Choir spendete seine Einnahmen aus der Kollekte, die er anlässlich seiner Konzert-Tournee im September und durch verschiedene Einzelspenden erhalten hatte, zwei Objekten der Kriegskindernothilfe Roth e.V. in Rumänien.

Wie versprochen überbrachten nunmehr Frank Gontrum (Übersetzer im Wilson-Gospel-Choir, Hans-Jörg und Gisela Wonitzki (ehrenamtliche Helferin), Bernd Faustmann (Vertreter des Verbandes Förderation Europäischer Narren), Jimmy Brooks (Leiter des Wilson-Gospel-Choir) und Diakon Gerald Korb (Kirchengemeindeamt Nürnberg und Chormitglied) persönlich die 5.110,– Euro an die jeweiligen Heimleiter vor Ort in Rumänien.

Wie die Gruppe nun berichtet ging von Roth die Fahrt mit einem Kleinbus in das 1070 km entfernte Carei, wo die Spender herzlich von dem dortigen Heimleiter, Herrn Rauch, sowie von dem Ehepaar Helga und Gerhard Kirschner aus Greding, die bereits einige Tage vorher angereist waren, begrüßt wurden. Helga Kirschner war eine der 5 hauptamtlichen Mitarbeiter, die aufgrund des Spendeneinbruchs entlassen werden musste.

Die Gruppe wurde nach ihren Angaben, in mit Matratzen bestückten Schlafräumen untergebracht. Alles war sauber aber sehr einfach und bedürfe dringend einer Rundumerneuerung. Das Mittagessen wurde zusammen mit den Kindern eingenommen. Am Nachmittag gab es ein großes Fest, auf das sich die Kinder schon lange vorbereitet hatten. Selbst vorgetragene Gedichte, Tanzdarbietungen und Lieder zeigten die Dankbarkeit der Kinder. Im Anschluss daran wurde der eine Teil der Spende, 2.555,– Euro für das Heim in Carei übergeben. Für den deutschsprechenden Heimleiter war es mehr als er erwartet hatte, berichteten die Besucher, „und wenn man bedenkt, dass man sich mit 5,– Euro ein ausgedehntes Abendessen in einem rumänischen Lokal leisten kann, und dass ein Erzieher ein Monatsgehalt von 50,– Euro bekommt, dann ist diese Spende wirklich viel Geld“. Aber mit Blick auf die vielen kleinen Baustellen am Haus ist es auch bitter nötig, meinten die Spender.

Am Dienstag brach dann die Gruppen zu dem ca. 150 km entfernten Sighet/Ocna Sugatac in Transylvanien, nahe der ukrainischen Grenze am Fuße der Karpaten, auf. Das Kinderdorf, für das der Grundstein am 25.August 2000 gelegt wurde, wurde von der Hubert-Schwarz-Stiftung mitfinanziert.

Im Vergleich zu dem Heim in Carei wirken die Bauten in Ocna Sugatac viel neuer und moderner auf die angereisten Gäste. Trotzdem in doch einige Arbeit nötig um es fertig zu stellen und für den Unterhalt des Dorfes und der Kinder selbst werden immer wieder beherzte Spender und Paten benötigt, meinen die Besucher.

Auch hier erfolgt die Spendenübergabe aus der Kollekte des Wilson-Gospel-Choir in Höhe von 2.555,– Euro für das Projekt an die Heimleitung. Gott sagt in der Bibel in Matthäus 25, 40: »Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.« So findet noch eine kleine Gospel-Session mit Jimmy Brooks und den Kindern statt.
Als die Gruppe wieder nach Roth zurück gekehrt sind, waren alle sehr beeindruckt, die Waisenkinder und die Menschen, die für sie einstehen, einmal hautnah erlebt zu haben.
Die Reisekosten, der Bus und die Tankrechnung wurden für diesen Zweck von Spendern zur Verfügung gestellt. Die Reisenden stimmte traurig, „dass Erwachsene Menschen ihre Kriege auf den Rücken der Kinder austragen, die doch wahrlich nicht dafür können“.

Ein besonderer Dank der Delegation geht an Pfarrer Rose und Regionalbischof Röhling, die kurzfristig ermöglichten, dass der Gospelgottesdienst - als Ersatz für einen geplatzten Termin in Gunzenhausen - in der evangelischen Sankt Bartholomäuskirche in Nürnberg abgehalten werden konnte.

Auf Nachfrage warum der fest vereinbarte Termin mit dem farbigen Gastpfarrer Reverend James A. Wilson abgesagt wurde teilte man den Chor-Mitgliedern mit, dass man nach den Medienveröffentlichungen über die Kriegskindernothilfe nicht mehr gewillt ist, diese Organisation zu unterstützen.

Kriegskindernothilfe kommt nicht aus den Schlagzeilen

Wie die NÜRNBERGER NACHRICHTEN und der FEUCHTER BOTE berichteten, ist die kleine Elisabeth, für deren Operation bekanntlich Ende Februar 2004 rund 10.000 Euro gesammelt wurden am 27. September verstorben. Das Geld blieb bis in den Sommer auf einem Konto der Kriegskindernothilfe liegen. Laut Pfarrer Theophil Steuer war das Kind für eine Operation zu schwach. Bis heute hält es die Kriegskindernothilfe nicht für nötig, auf das Ableben der kleinen Elisabeth auf ihrer Homepage hinzuweisen, obwohl dem Ehepaar Steuer diese Tatsache bekannt ist.

Vor Ort in Rumänien recherchiert zwischenzeitlich, nach Angaben der NN, der Journalist Catalin Vischi, Redakteur bei der in Baja Mare erscheinenden Tageszeitung »Gazeta de Maramures«. Er hat mit der Mutter der kleinen Elisabeth gesprochen und erfahren, dass die Eltern von einer geplanten Operation ihrer Tochter nichts erfahren hatten. Dieses Gespräch wurde über den Gartenzaun hinweg geführt und auf Band aufgezeichnet. Eine Mitarbeiterin von Pituc hatte Elisabeths Mutter eingeschärft, niemandem die Türe zu öffnen und mit niemanden zu reden, der Auskunft über ihre Tochter wolle.

Es wird nun vermutet, dass das Schicksal der kleinen Elisabeth für die Kriegskindernothilfe nur Mittel zum Zweck war. Geld für ein schwerkrankes Kind zu sammeln, das Geld dann monatelang auf einem Konto liegen lassen und erst nach erheblichen Druck interner Kritiker nach Rumänien aus zu bezahlen. Bekanntlich floss das Geld dann in den Kauf eines Hauses auf die Namen der Schwägerin des KKNH-Projektleiters und Steuer- Mitarbeiters Michael Neussinger und deren Mann Gheroghe Pituc, Heimleiter des durch die Hubert-Schwarz-Stiftung mitfinanzierten Kinderdorfes in Ocna Sugatac.
Die Hubert-Schwarz- Stiftung hat, wie berichtet, große Vorwürfe gegenüber der KKNH bezüglich der Verwaltung der gespendeten 500.000 Euro für das Kinderdorf erhoben. Den Eltern der kleinen Elisabeth wurde zwischenzeitlich ein Wohnrecht in dem Haus eingeräumt.

Wie weiter im FEUCHTER BOTEN berichtet wird, hat der Journalist Catalin Vischi zwischenzeitlich mit dem Heimleiter und Repräsentanten der rumänischen KKNH, Gheroghe Pituc gesprochen und erfahren, dass dieser in Sighet einen der größten Secondhand-Läden der Gegend betreibt. Der ehemalige Wachmann hat es laut den Recherchen von Vischi innerhalb kürzester Zeit zu einem erheblichen Wohlstand gebracht. So besitzt er neben einem großen Appartement auch eine, von einer hohen Mauer umgebenen luxuriösen Villa mit Swimmingpool.
Gheroghe Pituc versicherte gegenüber dem Journalisten, dass seine einzigen Einnahmen aus dem Geschäft mit der Secondhand-Ware stammen, die er einmal im Monat aus Deutschland erhält.

Auf Fragen nach der Finanzierung des Projekts, der Zusammenarbeit mit Theophil Steuer und seiner Rother Hilfsorganisation, sowie dem angeblichen Projektleiter Michael Neusinger hüllt sich der Heimleiter Pituc größtenteils in Schweigen.

Elfriede Massari aus Altdorf, die sich über viele Jahre hinweg für die Kriegskindernothilfe-Projekte


eingesetzt hatte und viele Sammlungen durchführte kann sich noch gut erinnern, mit welchen unlauteren Mitteln der Projektleiter versuchte, Geld aus Deutschland locker zu machen. So wollte er 7.000 Euro für Brennholz, „da sonst die Kinder in Ocna Sugatag im Winter kalt sitzen müssen“ Nachdem eine Nachfrage in Rumänien ergab, dass man mit 7.000 Euro die riesige Menge von 350 Ster (Kubikmeter) Holz zum Heizen kaufen könne, lehnte die Altdorferin eine Hilfe ab.
Die Enttäuschungen und Sorgen über die Kriegskindernothilfe sind an der Altdorfer Seniorin nicht spurlos vorüber gegangen. Seit einem Schlaganfall im September erholt sich Frau Massari nur langsam. Ihre Hoffnung ist, dass sich alle gegen die Rother-Hilfsorganisation und deren Partner im Ausland erhobenen Vorwürfe aufklären.




Der Kommentar
von Poli Tische

Es ehrt die Mitglieder des Wilson-Gospel-Choir, sich um die Projekte der Kriegskindernothilfe in Rumänien zu sorgen. Vor allem da es sich um hilfsbedürftige Kinder handelt, die nunmehr unter den Folgen des Spendeneinbruchs bei der Rother Hilfsorganisation leiden müssen.
Es ist zu wünschen, dass die polizeilichen Ermittlungen um die KKNH und deren Leiter Theophil Steuer baldmöglichst abgeschlossen werden und Klarheit geschaffen wird, ob die Kriegskindernothilfe das einstmals in sie gesetzte Vertrauen missbraucht hat, oder ob sie mit dem wiedergewählten Vorsitzenden Theophil Steuer weitermachen kann.

Dabei ist es wenig hilfreich, dass Herr Steuer sich bis heute nicht öffentlich dazu äußert, wann denn die von den Mitgliedern der KKNH beschlossene Änderung der Vereinssatzung und das gegenüber der Öffentlichkeit und den Spendern gegebene Versprechen, einem unabhängigen Gutachter (DZI -Spendensiegel) einzuschalten, umgesetzt wird. Die im Internet veröffentlichte Vereinssatzung ist immer noch aus dem Jahr 2002.

Es ist längst überfällig, dass der Spendenmarkt in unserem Lande durch eine strenge Gesetzgebung geregelt wird. Gemeinnützige Vereine, die durch die Vergabe von Spendenquittungen ja auch von allen Steuerzahlern gefördert werden, müssen ihre Geschäftspraktiken öffentlich machen und sich von unabhängigen Gutachtern beurteilen lassen. Vor allem wenn deren Hilfe ins Ausland geht und sich dadurch dem Zuständigkeitsbereich deutscher Ermittlungsbehörden entzieht.

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Geschrieben von Liz Popp
für meier-Magazin
Dienstag, 07. Dezember 2004


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